Die EU hat sich nun durchgesetzt und ab Anfang 2011 wird es nur mehr einen Standard für Ladegeräte im Mobilfunk geben. Micro-USB wird dann – wie schon zB vom Samsung Galaxy S oder Motorola Milestobe bekannt – der universelle Anprechpartner in Sachen Stromversorgung für Handys sein. Darauf einigte sich die Europäische Kommission mit einem Konsortium der zehn größten Mobiltelefon-Hersteller wie Nokia, Samsung, SonyEricsson, Apple, LG und Motorola. Das Argument für die Auflassung des gern gesehenen Bonus-Geschäftes der Ladegeräte ist die Vermeidung einiger tausend Tonnen von Elektroschrott.
I stand up for my right,
I wanna smoke my pipe,
world would be a paradise,
legalize it, legalize!
Rasta Disasta Raggae – Erste Allgemeine Verunsicherung
Schon 1981 sangen die Barden aus der Steiermark um die Freiheit ihrer Freuden. Zweifelsohne noch mit einer anderen Zielrichtung, aber wäre Klaus Eberhartinger ein heutiger Techno-Nerd, hätte er wohl auch um seine Freiheit an der technischen Gerätschaft gesungen. Das hat nun nach jahrelanger Weigerung der Konzern Apple zu spüren bekommen. Im Rahmen einer „Anpassung der Urheberrechts-Gesetze“ hat das US Copyright Office ausnahmsweise mal für den Verbraucher entschieden und die Illegalität des Jailbreak am iPhone und Konsorten aufgehoben. Diese Behörde der USA überprüft alle vier Jahre die Sinnhaftigkeit von Bedingungen nach aktuellen Bedingungen.
Das bedeutet Freude für die Besitzer von Geräten aus Cupertino, die bisher unter Verlust jeglicher Gewährleistung die Software-Sperre ihres feschen Teiles umgingen. Ein starkes Argument etwas war die Widersprüchlichkeit, dass man legal erworbene Software wie „Google Voice“ auf einem ebenso legal erworbenen iPhone nicht installieren kann – ein klarer Eingriff in die Selbstbestimmung des Nutzers. Was nur bisher eben nicht so vom Hersteller gesehen wurde. Ebenso schwerwiegend war die eigene Aussage von Apple, dass man durch legale Jailbreaks keine Einbussen bei den Verkäufen des iPhones erwartet. Für einige Netzbetreiber kam noch die frohe Botschaft „legal SIM-Unlock“ des Copyright Office hinzu. Nämlich dass man keine Beanstandung bei modifizierten Telefonen hat, wenn diese dadurch in einem anderen Netz – in den USA ebenso exklusive Deals – verwendet werden. Apple beeilte sich festzustellen, dass man dem ungeachtet weiterhin bei Jailbreak automatisch mit Verlust der Garantie ahnden wird. Was rechtlich schwer zu halten sein wird und weitere Negativpresse mit sich bringen wird.
Damit scheint klar, dass sich spätestens mit der nächsten Generation aus Cupertino Einiges in der Strategie des Selling verändern wird.
Es wird es wohl nicht zum Wort des Jahres schaffen, ist aber trotzdem in vielen Bemühen der Konzerne zu spüren: Nachhaltigkeit. iGo setzt genau dort an und schickt Laptop-Ladegeräte ins Rennen, die nur dann Strom verbrauchen, wenn auch Energie benötigt wird. Andernfalls kann man es getrost eingesteckt lassen, der böse Vampir-Strom bleibt auf ein Minimum reduziert. Immerhin werden durch den nicht wirklich produktiv verschleuderten Strom alleine in der EU jährlich 15 Milliarden Euro in das Nirvana gejagt.
Man bringt zwei Ausführungen auf den Markt. Das klassische Ersatzladegerät – schlankes Profil mit 16,5 Millimetern – für die Wandsteckdose und eine umfassendere Reiselösung für zuhause, Büro, Auto oder Flugzeug, beide Modelle kommen mit UK- und EU-Steckern – zu handelsüblichen Preisen ohne Aufschlag. Zusätzlich gibt es einen USB-Anschluss, dass die üblichen Verdächtigen wie Blackberry, iPod, iPhone per jeweiligem Kabel versorgt. Ebenso hier gilt, dass die iGo Green-Technologie automatisch erkennt, wenn ein Gerät vollständig aufgeladen oder von der Stromquelle getrennt ist und schaltet die Zufuhr von Elektrizität aus der Wandsteckdose ab. Sobald der Akku weiter aufgeladen werden muss, wird die Zufuhr wieder eingeschaltet, um die benötigte Energie zu liefern.
Mitte Sommer kredenzt uns Toshiba mit dem Libretto W100 eine Hoffnung auf den nächsten Pad-Sprung. Während das Gros der Genre-Geräte mit der Schwäche der Chips hadert, wird hier auf doppelte Portion gesetzt. Augenfällig wird das spätestens beim Aufklappen des Gerätes. Zwei 7-Zoll-Touchscreens mit jeweils 1.024 mal 600 Pixel machen sowohl die Vision der Zeitung wie des klassischen Laptops wahr. Damit eröffnen sich etliche Möglichkeiten. Der obere Teil macht den klassichen Windows-7-Desktop, unten gibt es die virtuelle Tastatur oder eine Ablage samt Notizblock zur Aufsortierung des Archivs. Oder eben mal gleich den Destop nach unten erweitern? Dreht man das Teil nach oben, ändert sich natürlich auch das Display passend und alle Funktionen eines Readers treten in Aktion.
Innen hat das hochwertig verarbeitete Libretto W100 den zweikernigen CULV-Prozessor Pentium U5400 mit 1,2 Ghz, 2 GB DDR3 und eine schnelle 62-GB-SSD. Megapixel-Webcam, (nur) ein USB-2.0, Bluetooth 2.1 und 8-Zellen-Akku mit 2.460-mAh verweisen auf beständige Werte. Bei einer Version wird zusätzlich zu WLAN ein HSPA-Modul verbaut.Gewicht und Größe halten sich trotzdem in den Sphären der Konkurrenz des iPad. Das W100-107 soll ab August um 1100,- Euro, das W100-10D mit UMTS um 1250,- Euro zu haben sein. Überlegenswert also, wenn mal wieder die spielerische Ader den Konsens übertrumpft.
Die hitzigen Diskussionen um die Sinnhaftigkeit eines iPads für den gelangweilten Nerd auf der Couch gehen weiter. Limitiertes Teil mit kaum Möglichkeiten zu einem überhöhten Preis oder visionäres Teil als Beginn einer neuen Ära in der Wohnlandschaft? Sexappeal am Punkt oder Nepp?
Hype und Verkäufe weit jenseits der Millionen-Grenze alleine in den USA sprechen für sich. Ab 23. Juli gibt es das Teil auch in Österreich – für das Top-Modell mit WLAN und 3G samt den maximal möglichen 64 GB Speicher wird man 799,- Euro hinlegen müssen. Eine sinnvolle Alternative ohne Verlust von Reputation dürfe hier zu finden sein.